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KI-Bilder für deine Marke, vom ersten Prompt zum fertigen Set

Wie du als Solo-Gründer ohne Designer brandkonforme Bilder mit KI machst. Tool-Wahl, Prompt-Grundgerüst, konsistenter Look, Produkt-Mockups und was du rechtlich kennzeichnen musst.

Du brauchst Bilder für deine Landingpage, ein paar Social-Posts und ein Mockup deines Produkts, aber kein Budget für einen Designer und keine Lust auf Stockfoto-Plastik. Genau dafür sind die aktuellen KI-Bildmodelle gut genug geworden. Ich zeige dir hier kein "tippe einen Prompt und staune", sondern den Weg zu einem Set aus zusammenpassenden Bildern die nach deiner Marke aussehen und nicht nach Zufall. Zehn Schritte, am Ende hast du einen wiederholbaren Workflow.

Wichtig vorweg: KI-Bilder sind ein Werkzeug, kein Ersatz für Geschmack. Die Modelle liefern dir in Sekunden Material, die Auswahl und die Konsistenz musst du steuern. Das ist die eigentliche Arbeit, und genau die nehmen wir hier durch.

Schritt 1, Tool wählen ohne dich zu verzetteln

Du brauchst nicht fünf Abos. Such dir eins aus. Kostenlos einsteigen kannst du mit Nano Banana 2 (das ist Googles Gemini 3.1 Flash Image), direkt in der Gemini-App, ohne Kreditkarte. Das reicht für die ersten Wochen und für alles Schnelle. Wenn du mehr Detail und bessere Textwiedergabe im Bild willst, ist Nano Banana Pro (Gemini 3 Pro Image) der nächste Schritt, das Modell ist Stand Juni 2026 das stärkste Allround-Modell. Wer einen eigenen, sehr stilisierten Look sucht, fährt mit Midjourney v7 gut, das hat den deutlichsten künstlerischen Eigencharakter. Flux 2 Pro ist die Wahl wenn du fotorealistische Szenen mit viel Kontrolle brauchst.

Mein Rat für den Anfang: Nano Banana 2 zum Üben, weil gratis, und sobald du weißt was du brauchst, ein bezahltes Tool dazu. Nicht andersrum.

Schritt 2, deine Marke in drei Sätzen festnageln

Bevor du irgendwas generierst, schreib dir drei Dinge auf. Erstens die Stimmung in fünf Adjektiven, zum Beispiel "ruhig, hell, technisch, warm, reduziert". Zweitens zwei bis drei Markenfarben als Hex-Code, also etwa #1a1a2e und #f5f5f5. Drittens eine Liste von No-Gos, was darf nie vorkommen, zum Beispiel keine Stockfoto-Lächeln, keine Glaskugeln, keine Neon-Verläufe.

Diese drei Zeilen sind dein Anker. Du klebst sie in jeden Prompt rein. Ohne das produzierst du hundert hübsche Bilder die nichts miteinander zu tun haben, und das sieht man deiner Seite sofort an.

Schritt 3, das Prompt-Grundgerüst

Ein guter Bild-Prompt hat vier Teile in fester Reihenfolge. Motiv, Stil, Komposition, technische Angaben. Beispiel: "Ein aufgeräumter Schreibtisch mit Laptop und Kaffeetasse von oben fotografiert, weiches Tageslicht von links, im Stil heller minimalistischer Produktfotografie, Farbpalette warmes Weiß und tiefes Marineblau, viel freier Raum oben rechts für Text, 3:2 Querformat."

Der letzte Halbsatz mit dem freien Raum ist Gold wert, wenn du das Bild später als Banner mit Überschrift nutzen willst. Sag dem Modell direkt wo Platz bleiben soll.

Schritt 4, Konsistenz über mehrere Bilder

Das ist der Schritt der Anfänger von Profis trennt. Generiere nie jedes Bild komplett neu, sondern halte den Stil-Teil deines Prompts wortgleich und änder nur das Motiv. Wenn du in Bild eins "weiches Tageslicht, warmes Weiß und Marineblau, minimalistische Produktfotografie" geschrieben hast, kopier diesen Block exakt in Bild zwei und drei. Die meisten Tools lassen dich außerdem ein Referenzbild hochladen und sagen "mach es im Stil von diesem". Nutze das, sobald du ein Bild hast das sitzt.

Bei Nano Banana und ChatGPT kannst du auch im Dialog bleiben und sagen "gleiche Szene, gleiche Farben, aber jetzt von der Seite". Das hält den Look stabiler als ein frischer Prompt.

Schritt 5, Logo und Icons, mit Vorsicht

Ehrliche Ansage: Für ein echtes Logo sind Bildmodelle nur bedingt geeignet. Sie erzeugen dir keine sauberen Vektoren, und Markenrecht ist ein eigenes Thema. Was funktioniert, ist Ideenfindung. Lass dir zwanzig Richtungen zeigen, such die beste aus und gib die dann einem Menschen oder einem Vektor-Tool zum Sauberziehen. Für simple App-Icons oder Favicons reicht die KI oft schon, da achtest du nur darauf dass es bei 32 Pixel noch erkennbar ist. Generier es deshalb gleich klein gedacht, ein Symbol, kein Wimmelbild.

Schritt 6, Produkt-Mockups die echt wirken

Wenn du ein digitales Produkt verkaufst, brauchst du Mockups. KI macht das gut. Beschreib das Gerät und den Kontext, nicht den Bildschirminhalt. Also "ein Laptop auf einem Holztisch in einem hellen Café, Bildschirm leicht angewinkelt, Platz für einen Screenshot" und dann setzt du deinen echten Screenshot in der Nachbearbeitung ein. Lass die KI nie deine UI erfinden, das wird unscharf und falsch. Das Drumherum ja, den Inhalt selbst nie.

Schritt 7, Social-Formate direkt mitdenken

Du brauchst dasselbe Motiv oft in drei Seitenverhältnissen. Quadrat für Instagram, Hochformat 9:16 für Stories, Querformat 16:9 für LinkedIn und die Website. Generier nicht dreimal neu, sondern erzeug ein großzügiges Querformat und beschneide es. Oder nutze die Outpainting-Funktion, dabei erweitert das Modell ein bestehendes Bild an den Rändern, so machst du aus einem Quadrat ein Hochformat ohne neuen Generierungs-Würfelwurf. Plan den freien Raum aus Schritt 3 so dass er in allen Formaten erhalten bleibt.

Schritt 8, Nachbearbeitung mit Worten

Die aktuellen Modelle, allen voran Nano Banana, können Bilder im Dialog editieren. Statt von vorn anzufangen sagst du "entferne die Tasse links", "mach den Hintergrund zwei Stufen heller" oder "tausch das Blau gegen ein wärmeres Grau". Das spart enorm Zeit und hält die Konsistenz. Für letzte Feinheiten wie Logo einsetzen, exaktes Zuschneiden oder Textüberlagerung nimmst du danach ein normales Bildtool. Die KI bringt dich auf 90 Prozent, die letzten 10 machst du selbst.

Schritt 9, Kennzeichnung und Wasserzeichen

Das wird oft vergessen und ist kein Nice-to-have. Googles Modelle versehen jedes Bild mit SynthID, einem unsichtbaren Wasserzeichen das die KI-Herkunft markiert. Das bleibt drin, auch wenn du zuschneidest. Wichtiger für dich: Ab dem 2. August 2026 greifen die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des EU AI Act, für bestehende Systeme gibt es eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026. Kurz gesagt, wer KI-generierte oder stark veränderte Inhalte öffentlich zeigt, muss das unter Umständen kenntlich machen. Was das konkret für dich heißt steht im Playbook zum EU AI Act, verlinkt unten. Gewöhn dir jetzt schon an, KI-Bilder als solche zu behandeln und im Zweifel zu kennzeichnen, dann musst du später nichts nachrüsten.

Schritt 10, Bau dir eine Bibliothek

Der letzte Schritt macht den Unterschied zwischen Chaos und System. Leg einen Ordner an mit deinen besten Prompts, jeweils mit dem Ergebnisbild daneben. Wenn ein Bild sitzt, speicher den exakten Prompt. Beim nächsten Mal startest du nicht bei null, sondern variierst eine bewährte Vorlage. Nach zwei Wochen hast du fünf bis zehn Grundgerüste die zuverlässig deinen Look treffen, und neue Bilder kosten dich dann drei Minuten statt einer halben Stunde. Genau dieses Prinzip, gute Prompts wie Werkzeuge sammeln, beschreibt das Playbook zur Prompt-Bibliothek im Detail.

Was als nächstes

Wenn du deine Prompts systematisch sammeln willst, geh weiter zu Prompt-Bibliothek aufbauen. Für die rechtliche Seite, also wann du KI-Inhalte kennzeichnen musst, lies KI-Inhalte erkennen und kennzeichnen und für den vollen Überblick EU AI Act und DSGVO für den DACH-Raum. Und wenn du grundsätzlich wissen willst wo KI im Alltag wirklich Zeit spart, fang bei der Lesson AI im Alltag an.

Quellen

  • Google DeepMind, Nano Banana Pro (Gemini 3 Pro Image): https://deepmind.google/models/gemini-image/pro
  • Gemini Bildgenerierung Übersicht: https://gemini.google/overview/image-generation
  • EU AI Act, Transparenzregeln Artikel 50: https://artificialintelligenceact.eu/transparency-rules-article-50