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Level 2· Lektion 6 von 6

Capstone — Ein echtes System aus Prompts bauen

Nicht nur einzelne Prompts. Eine Aufgaben-Kette die sich wiederholen lässt und dokumentiert ist.

90 min

Level 2 ging um Chain-of-Thought, System-Prompts, Rolling-Context und Tools. Jetzt baust Du aus diesen Bausteinen ein System. Kein Einmal-Einsatz, sondern etwas was Du in zwei Wochen nochmal benutzen kannst.

Die Aufgabe

Wähle eine wiederkehrende Aufgabe die Du bei Dir selbst siehst. Beispiele aus der echten Welt:

  • Jeden Montag einen Wochenplan aus Kalender + Mails + Notion-ToDos zusammenfassen.
  • Aus jedem LinkedIn-Kommentar entscheiden ob Antwort, Ignore oder Follow-up, mit Antwort-Entwurf.
  • Vor jeder Kundenvorstellung ein Briefing bauen (wer ist der Kunde, letzte Kontakte, offene Themen).
  • Aus dem Text eines Newsletters einen Instagram-Post und einen LinkedIn-Post generieren, konsistent im Stil.

Was das System können muss

  • Eingabe definiert. Was genau gibst Du rein? Eine Mail? Ein Kalender-Export? Ein Kunden-Name?
  • Ausgabe definiert. Welches Format? Welche Felder? Welche Länge?
  • System-Prompt geschrieben. In 4-8 Sätzen, die Rolle des Modells, die Regeln die immer gelten, das Output-Format.
  • Chain-of-Thought wo sinnvoll. Für Aufgaben wo das Modell eine Begründung braucht (z.B. "Warum ist dieser Kommentar wichtig genug für eine Antwort").
  • Test mit drei unterschiedlichen Eingaben. Einmal einfacher Fall, einmal kniffliger Fall, einmal Rand-Fall. Alle drei Outputs anschauen und beurteilen.

Was Du produzieren sollst

Eine Datei system.md in Deinem Capstone-Ordner. Darin:

  1. Was das System tut (ein Satz).
  2. System-Prompt komplett.
  3. Eingabe-Format (Beispiel).
  4. Ausgabe-Format (Beispiel).
  5. Drei Test-Durchläufe mit Eingabe und Ausgabe.
  6. Bewertung: wo hat es gut funktioniert, wo gescheitert, was würdest Du ändern.

Plus die drei Ausgaben als separate Dateien, so wie sie aus dem Modell rausgekommen sind, als Beleg.

Was gut ist

Das System ist so präzise dass jemand anders es 1:1 übernehmen könnte. Der System-Prompt hat weniger als eine halbe Seite, aber produziert konsistente Outputs. Du hast mindestens eine Kante gefunden wo das Modell versagt und dokumentiert wie Du damit umgehst (Fallback-Regel, oder Dokumentation "hier muss ich manuell eingreifen").

Was schwach ist

Ein System das nur bei einem Beispiel funktioniert. Ein System-Prompt von drei Seiten mit lauter "bitte sei professionell" Phrasen. Kein Test, keine Bewertung. "Hat geklappt" ohne Beleg.

Bonus

Bau das Ganze als kleine Schleife wo Du einmal pro Woche einfach eine neue Eingabe gibst und das System läuft. Eine Seite Dokumentation die erklärt wie ein anderer das System nutzen würde. Das ist der Übergang von "ich habe einen Prompt geschrieben" zu "ich habe ein Werkzeug gebaut".

Wo das hingehört

Ordner portfolio/level-2-capstone/. Und wenn es gut geworden ist: in Dein Talent-Pool-Profil aufnehmen. Firmen wollen "kann systematisch arbeiten" beweisen, nicht "hat einmal einen guten Prompt geschrieben".

Zeit

60 bis 90 Minuten. Wenn es länger dauert, ist die Aufgabe zu komplex. Klein anfangen.

Abschluss

Level-2-Checkpoint machen. Dann Level 3 — da kommt Automatisierung dazu (Zapier, n8n, Webhooks). Ab da wird aus "Prompts bauen" "Prozesse bauen".

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